Biomassehof Ilg

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Besonderheiten

Am Betrieb der Familie Ilg steht neben der Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Fläche die Energiewirtschaft im Fokus. Er ist einzigartig in seiner Breite von der Biomasseerzeugung (Holz, Energiepflanzen) über die Umwandlung (Biogas, Fernwärme, Photovoltaik, Holzvergasung, Windenergie) bis hin zum Endkonsumenten.


Kontakt

Biomassehof Ilg
Tobias Ilg
Bernhard Ilg
Hatlerstraße 66 a
A-6850 Dornbirn
Vorarlberg
+43 664 300 5633
email
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Dornbirn; Fernwärme; Nahwärme; Biomasse

Tobias Ilg vor dem Betriebsgebäude in Dornbirn © Benjamin Mietschnig

Fernwärme wird unter anderem durch Hackschnitzelkessel erzeugt © Benjamin Mietschnig

Die Holzkohle stellt einen wertvollen Humusdünger dar und speichert langfristig CO2 im Boden © Benjamin Mietschnig

Die Holzvergasung – eine neue Innovation in der Bioenergie © Benjamin Mietschnig

Von der Zentrale aus können die einzelnen Anlagen überwacht werden © Benjamin Mietschnig

Landwirtschaftliche Nutzfläche in ha: 15,91
Forstwirtschaftliche Nutzfläche in ha: 22
Hauptbetriebszweig: Bio Energie: Strom & Wärme
Betriebszweigsabhängige, zentrale Leistungskennzahlen: Stromproduktion:
- Biogas: 3.000.000 kWh
- Photovoltaik: 200.000 kWh
- Windkraft: 1.000 kWh
- Holzvergasung: 1.800.000 kWh

Wärmeproduktion:
- Biogas: 2.000.000 kWh
- Holz: 17.000.000 kWh

Dadurch können fossile Energien im Umfang von 7.000 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden.

Durch die anfallende Holzkohle in der Holzvergasung ergibt sich zusätzliche eine langfristige CO2 Speicherung von 180 Tonnen CO2-Äquivalent.

Erwerbsform: Vollerwerb
Ausbildung (BetriebsführerIn): Landwirtschaftsmeister
Übernahmezeitpunkt (Jahr): 2000
Arbeitskräfte am Betrieb (in Arbeitskräfteäquivalent): 5
Zuständigkeiten der Arbeitskräfte: Ilg Tobias – Geschäftsführer
Margit Ilg – Geschäftsführerin
Anton Ilg – Senior
Bernhard Ilg – Geschäftsführer-Holzfacharbeiter – Maschinist-Heizwart-Kundenabrechnung
Philipp Bernhard – Maschinist -Forstarbeiter
Marc Scharper – Lehrling-Forstwirtschaft
Monika Ilg – Sekretariat - Kundenabrechnung

Lage der Flächen (arrondiert): Zerstreut, Lage im städtischen Gebiet
Bewirtschaftungsform: Konventionell
Eigene Maschinen oder überbetrieblicher Maschineneinsatz (mit welchem Anteil?): Ca. 70 % eigener Maschineneinsatz

Zuletzt geändert am 25. 10. 2018

Besonderheiten

Am Betrieb der Familie Ilg steht neben der Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Fläche die Energiewirtschaft im Fokus. Er ist einzigartig in seiner Breite von der Biomasseerzeugung (Holz, Energiepflanzen) über die Umwandlung (Biogas, Fernwärme, Photovoltaik, Holzvergasung, Windenergie) bis hin zum Endkonsumenten.

Veränderungsgrund

Die Energieversorgung ist ein Zukunftsthema, da der jährliche Energieverbrauch weiterhin steigt. Fossile Energieträger sind jedoch endlich und zusätzlich schädlich für das Klima. Auf diesem Hintergrund und dem persönlichen Interesse für den Klimaschutz fußt die Entscheidung in die Energiewirtschaft einzusteigen. Die Viehhaltung wurde anschließend aus arbeitswirtschaftlichen Gründen aufgelassen.

Umsetzung

Tobias Ilg übernahm im Jahr 2000 den elterlichen Betrieb in der Hatlerstraße. Sukzessive wurde anschließend die Energiewirtschaft ausgebaut und die Viehhaltung reduziert.

Idee und Angebot

Am Betrieb Ilg werden derzeit 15 ha landwirtschaftlicher Fläche in Fruchtfolge zwischen Grünland, Mais und Dinkel bewirtschaftet. Die Energiepflanzen werden in der Biogasanlage verwertet bzw. der Dinkel vermarktet. Zusätzlich wird das anfallende Obst der Streuobstkulturen zu Obslter gebrannt und direkt vermarktet.
Neben den landwirtschaftlichen Flächen werden auch 22 ha Wald bewirtschaftet. Dieser liefert einen Teil der benötigten Biomasse für die Fernwärmeanlagen.

Die Biogasanlage wurde 2003 gebaut und wird neben den hofeigenen Energiepflanzen mit Gülle regionaler Landwirtschaftsbetriebe betrieben. Für Familie Ilg stellt eine effiziente und ganzheitliche Nutzung der Ressourcen ein wichtiges Ziel dar. Daher wird neben der Stromproduktion die Abwärme der Biogasanlage zur Trocknung von etwa 15.000 srm Hackgut jährlich genutzt.
Dieses Hackgut wird zur Wärmeproduktion in den sechs Fernwärmewerken, die in Dornbirn betrieben werden, genutzt.
Zusätzlich dazu gibt es noch eine Photovoltaikanlage sowie ein Windrad, um den Stromverbrauch der Anlagen möglichst selbst decken zu können.

Fam. Ilg ist auch immer an der Weiterentwicklung der Bioenergiewirtschaft interessiert. So wurde in eine Feldversuchsanlage für Holzgaserzeugung investiert. Mittlerweile ist diese Anlage zur Serienreife gelangt. Es werden jedoch ständig neue Verbesserungen getestet.

Als Nebenprodukt der Holzvergasung kommt es zu einer CO2 Bindung in Form von Holzkohle. Etwa 3 % der eingesetzten Biomasse fallen als Holzkohle (80 % Kohlenstoff) an. Diese Holzkohle kann landwirtschaftlich als Kohlenstoffquelle für den Humusaufbau sowie zur Fütterung genutzt werden und speichert zudem langfristig das CO2 im Boden. Derzeit ist die Nachfrage nach der Kohle deutlich höher als der Anfall und auch die Verwendungsmöglichkeiten sind noch nicht gänzlich ausgeschöpft.

Der ganzheitliche Gedanke wird auch im Bereich Mobilität umgesetzt. Die Autos am Betrieb laufen mit Elektro- oder Biogasmotoren und für die Mitarbeiter stehen E-Bikes zur Verfügung.

Als erster Vorarlberger Betrieb hat Fam. Ilg auch die Zulassung zur Ausbildung von Biomassefacharbeitern. Der erste Lehrling beginnt im Juli 2017 und hat die einzigartige Gelegenheit die ganze Bandbreit der Biomasseerzeugung, -bereitstellung sowie das Management der jeweiligen Anlagen zu erlernen.
Das enorme Fachwissen des Betriebes wird auch deutlich an den unzähligen Projekten, die gemeinsam mit Hochschulen in und außerhalb Vorarlbergs durchgeführt werden. Weiteres wird ein Modul der Ausbildung zum europäischen Energiemanager am Betrieb gelehrt.

Zudem engagiert sich der Betrieb stark in der Öffentlichkeitsarbeit. Jährlich werden über 1000 Besucher, darunter viele Schulklassen, am Betrieb zum Thema Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien sensibilisiert.

Herausforderungen

Die Holzvergasungsanlage war eine große Herausforderung, da es sich um eine Pilotanlage handelte bei der eine ständige Weiterentwicklung entscheidend war und auch derzeit laufend Versuche zur Optimierung durchgeführt werden.
Durch den Klimawandel wird es zukünftig im Bereich der Holzwirtschaft eine große Herausforderung sein, die anfallenden Holzmengen energetisch sinnvoll zu nutzen. Da der Wärmebedarf im Winter tendenziell zurückgeht und das Holzangebot jährlich steigt, sehen wir in der Holzvergasung eine Möglichkeit dieses Holz sinnvoll zu nutzen.

Unterstützung durch LK/LFI

LFI- Biomassefacharbeiter, diverse Fachvorträge
Arbeitskreis Biogas

LK- Lehrlingsausbildungsstelle
Rechtsberatung

Arbeitsorganisation

Wöchentlich rotierender diensthabender Heizwart
Einmal pro Woche gibt es eine „Frühstücks-Besprechung“ für den Austausch zwischen den Mitarbeitern.
WhatsApp Gruppe für schnelle Kommunikation - jeder weiß Bescheid, wenn eine Störung war und was die Ursache war.

Für den Lehrling gibt es einen eigenen Paten.

Auszeichnungen

Staatspreis für Waldwirtschaft
Energy Globe Vorarlberg 2016
Klimaschutzpreis Vorarlberg
Klima Aktiv Auszeichnung 2017
LandLeben Hauptpreis
Gewinner des CERES Awards 2018 "Landwirt des Jahres" und Kategoriensieger "Energielandwirt"
……

Zukunftspläne

Derzeit ist gerade ein neues Projekt in Planung bei dem es darum geht ein gesamthaftes Energiekonzept für ein CO2 neutrales Betriebsgebiet zu schaffen. Ziel ist es die Energie zum Gaspreis anbieten zu können, indem verschiedenste Technologien kombiniert werden und auch Rohstoffkreisläufe optimiert werden (z.B. Austausch von Abwärme der Betriebe untereinander, Rückführung von Alt-Paletten in Biomasse Heizwerk).

Bereits kurz vor der Umsetzung ist das siebte Biomasseheizwerk zur Versorgung von öffentlichen Gebäuden und privaten Haushalten in der Stadt Dornbirn.

Betriebsintern ist es das Ziel möglichst ohne fossile Energien auszukommen. Ein gesamtbetrieblicher CO2-Fußabdruck soll erstellt werden und innerhalb von fünf Jahren soll der Betrieb CO2 neutral sein. Dazu werden vermutlich Ausgleichsmaßnahmen nötig sein. Derzeit beträgt beispielsweise der Primärenergieeinsatz (Diesel für Transport, Maschinen, etc.) beim Holz etwa 3 % der Energie des Holzes.

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Die Holzvergasung – eine neue Innovation in der Bioenergie © Benjamin Mietschnig

Von der Zentrale aus können die einzelnen Anlagen überwacht werden © Benjamin Mietschnig

Beschreibung des Programms

Je nach Zusammenstellung und Interesse der Gruppe:

• Allgemeine Einführung Klimawandel - Klimaziele – Erneuerbare Energien

• Besichtigung der technischen Anlagen

• Aufzeigen und Erklären der verschiedenen erneuerbaren Energieformen

• Beschreibung der Energiekette vom Wald/Feld bis zum Haushalt

• Diskussion und Fragen

Termine und Fixtermine

Termin nach Vereinbarung

Limitierende Faktoren

Sanitär: Benützung einer WC-Anlage für alle Teilnehmer möglich?
Behindertengerechter Zugang?
Besteht ein Angebot für Menschen mit Behinderung? Ja, die oben beschriebenen Programme eignen sich prinzipiell auch für Menschen mit Handicap, aber nicht alle technischen Anlagen sind behindertengerecht zugänglich.

Lage und Anreise

Anfahrtsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln:Bus (Zieglergasse/Hatlerstraße)
Zug (Hatlerdorf)
Anfahrtsmöglichkeiten mit PKW oder privatem Bus:PKW und Bus
Parkmöglichkeiten:Ja (PKW und Bus), gratis

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