Was ihr Kühlschrank mit ihrer Betriebsausrichtung zu tun hat

Schon einmal von Effectuation gehört?

© Ello/ Unsplash

Mal ganz anders gefragt: Wissen Sie schon, was Sie heute Abend kochen werden? In Zeiten von Corona und der Lockdown-Phase heuer im Frühjahr war das nicht immer so selbstverständlich, welche Lebensmittel verfügbar sein werden. Aber hinter dieser banalen Koch-Frage steckt ein Grundsatz, der Ihr Unternehmen verändern kann. Denn, was die Gerichte-Auswahl für heute Abend betrifft, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie suchen sich ein beliebiges Rezept aus dem Kochbuch oder Internet aus, lesen die Zutatenliste und besorgen diese im nächsten Geschäft. Die zweite Möglichkeit: Sie gehen nach Hause, öffnen den Kühlschrank und sehen nach, welche Zutaten sich darin befinden und versuchen aus dem Vorhandenen etwas zu kochen.


Suche nach Ressourcen

Letztere befasst sich mit dem so genannten ressourcenorientierten Ansatz. Das Modell dahinter wird in der Fachsprache „Effectuation" genannt. Es basiert auf einer unternehmerischen Entscheidungslogik und orientiert sich in erster Linie an den vorhandenen Ressourcen in Ihrem Betrieb. Konkret: Durchackern Sie ihre Ressourcen in Ihrem Unternehmen. Dieses Erkunden beginnt zu allererst immer bei einem selbst.

Der Schritt 1 umfasst: Wer bin ich? Welches Wissen habe ich mir angeeignet? Wen kenne ich? Wer ist mein Netzwerk? Und: Über welche materiellen oder immateriellen Ressourcen verfüge ich?

Schritt 2 befasst sich mit dem Thema, was ich aus den vorhandenen Ressourcen machen kann. Hier ein wichtiger Hinweis vorweg: Denken Sie in Kundenbedürfnissen und nicht in Lösungswegen. Hier tauchen Fragen auf wie: Welche Ressourcen nutze ich nur für eine bestimmte Zeit und was kann ich im restlichen Jahr damit machen? Wie kann ich zum Beispiel ein Gebäude auslasten? Oder aber auch: Was kann ich mit einem bestimmten Reststoff aus der Land- oder Forstwirtschaft machen? Welche Inhaltsstoffe enthält dieser und wer könnte diesen genötigten?


Reden und Weiterentwickeln

Wenn Sie eine Idee gefunden haben, dann suchen Sie sich in Schritt 3 einen Sparring-Partner, also jemanden, der seine Erfahrung, Expertise und sein Wissen einbringt und Ihr Vorhaben positiv weiterentwickelt. Lassen Sie sich in dieser Phase auch gerne von anderen beeinflussen und nehmen sie die Erkenntnisse aus anderen, ähnlichen Projekten auf. Im Idealfall lernen Sie auch von deren Fehlern. Bevor wir zum nächsten Schritt kommen, ist es wichtig zu wissen, ob Sie bereits über sämtliche Ressourcen verfügen, die Sie für die Umsetzung benötigen. Wenn nein, dann begeben Sie sich in Schritt 4 auf Partnersuche. Konkret suchen Sie einen Partner, der mit Ihnen gemeinsam eine Vereinbarung eingeht, um Ihr wirtschaftliches Ziel zu erreichen. Dieser Partner kann wieder neue Mittel/Ressourcen ins Spiel bringen und somit die Zielrichtung der ursprünglichen Projektidee positiv beeinflussen. Tritt der Fall ein, dass sich Mittel und Ziel ändern, dann steigen Sie wieder bei Schritt 1 bzw. Schritt 2 ein und gehen Sie den Prozess wieder durch bis Ihr endgültiges Produkt bzw. Ihre endgültige Dienstleistung entstanden ist. Viel Erfolg!

Autor: DI (FH) Peter Stachel, Innovationsberatung, LK Steiermark, peter.stachel@lk-stmk.at

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