Methlagl Tauben

Alternative Vermarktungsformen | Ackerbau | Grünland und Futterbau | Geflügel | Exkursionsbetrieb | Direktvermarktung

Besonderheiten

Obwohl Taubenbrüstchen seit langer Zeit als beliebte Delikatesse geschätzt werden, war es bisher unmöglich, dieses exquisite Fleisch, das fettarm sowie charakterstark ist und nicht aus Massentierhaltung stammt, aus dem Inland zu beziehen. Mit der Gründung des Taubenhofs im südburgenländischen Deutsch-Tschantschendorf, dem ersten seiner Art in Österreich, soll sich das nun ändern.


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Methlagl Tauben
Gerhard Methlagl
Sandro Methlagl
Deutsch Tschantschendorf 59
A-7544 Tobaj
Burgenland
+43 664 3817670
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Beim Füttern © Angela Pail

Bratfertige Hubbel Tauben Der Taubenhof - Methlagl & Sohn © Gerhard Methlagl

Herr Methlagl mit einer seiner Tauben © Angela Pail

Tauben im Schlag © Angela Pail

Auch Kamerunschafe gibt es am Hof © Angela Pail

Landwirtschaftliche Nutzfläche in ha: 5,84
Hauptbetriebszweig: Taubenzucht
Tierbestand: Im Moment leben ca. 600 Taubenpaare am Hof, 7 Kamerunschafe, 2 Pferde
Erwerbsform: Vollerwerb
Ausbildung (BetriebsführerIn): Lehrberechtigter Heilmasseur, Sportmasseur, Instruktor für Tiefenmassage nach Dr. H. Marnitz
Übernahmezeitpunkt (Jahr): 2014
Arbeitskräfte am Betrieb (in Arbeitskräfteäquivalent): 1
Lage der Flächen (arrondiert): arrondiert
Bewirtschaftungsform: Konventionell
Eigene Maschinen oder überbetrieblicher Maschineneinsatz (mit welchem Anteil?): Der Ackerbau wird in Kooperation mit einem ansässigen Biobauern erledigt.

Zuletzt geändert am 12. 10. 2021

Besonderheiten

Obwohl Taubenbrüstchen seit langer Zeit als beliebte Delikatesse geschätzt werden, war es bisher unmöglich, dieses exquisite Fleisch, das fettarm sowie charakterstark ist und nicht aus Massentierhaltung stammt, aus dem Inland zu beziehen. Mit der Gründung des Taubenhofs im südburgenländischen Deutsch-Tschantschendorf, dem ersten seiner Art in Österreich, soll sich das nun ändern.

Veränderungsgrund

Gerhard Methlagl konnte mit seiner Taubenzucht das verwirklichen, wovon viele andere träumen: das Hobby zum Traumberuf machen. Zunächst waren die Tauben in einem alten Bauernhaus untergebracht. Nach drei Jahren schwierigster Bauverhandlungen startete der Bau der neuen Taubenschläge. Das Projekt befindet sich gerade mitten in der Bauphase und soll bis 2022 fertiggestellt sein.

Umsetzung

Herr Methlagl züchtete schon in seiner Freizeit Tauben. Die Idee, das Hobby zum Beruf zu machen kam ihm, als er als Heilmasseur für die österreichische Ski-Nationalmannschaft tätig war. Zu der Zeit massierte er auch in einigen Luxushotels in Lech am Arlberg. Dort sah er immer wieder, wie Tauben für die Küche aus Frankreich angeliefert wurden. So entstand die Idee.
Die Umsetzung hört sich eigentlich recht simpel an: Gerhard Methlagl hat einfach ein paar Haubenköche in der gehobenen Gastronomie gefragt, ob sie nicht Tauben aus Österreich verkochen wollen. Die Haubenköche haben zugesagt und die Fleischtauben-Produktion wurde gestartet. Heute zählen die Hotels, für die er damals als Masseur arbeitete, zu seinen Abnehmern.

Idee und Angebot

Am Betrieb Methlagl werden Fleischtauben der Rasse „Hubbel“ gehalten. Pro Zuchtpaar kann man dabei mit 10 bis 16 aufgezogenen Nachkommen pro Jahr rechnen. Die Tauben werden nach 5 bis 9 Wochen mit einem Gewicht von 500 g im hofeigenen, bäuerlichen Schlachtraum stressfrei geschlachtet. Eine gekühlte Lieferung in ganz Österreich innerhalb von 48 Stunden garantiert dem Endverbraucher ein einwandfreies Produkt. Da die Tauben während der Aufzucht an Menschen gewöhnt werden, können sie leicht eingefangen werden.

Die Stallungen bieten ein großzügiges Raumangebot mit adäquaten Nistplätzen, viel Sonne und frischer Luft. Die Tiere erhalten regional angebautes Getreide, Wasser, Mais, Weizen, Ackerbohnen und Erbsen sowie Gräser, Kräuter und Muschelgrit.

Herausforderungen

Da es bei der Taubenzucht keinerlei Erfahrungswerte anderer Berufskollegen gibt, auf die man zurückgreifen kann, sondern alles selbst durch "Versuch und Irrtum" herausgefunden werden muss, ist der Betriebsführer jeden Tag gefordert sein Bestes zu geben.
Durch beständiges Ausprobieren kann fast gänzlich auf Medikamenteneinsatz verzichtet werden. Die Tauben werden nicht nur artgerecht gehalten, sondern bekommen auch ihr entsprechendes Futter und als Zusätze verschiedene Kräuter tw. aus eigenem Anbau, Essigwasser, Tee, Knoblauch, Zwiebel. Alle Zusätze werden selbst aus frischen Zutaten hergestellt.
Eine weitere Schwierigkeit auf dem Weg ist, dass in der gewerbsmäßigen Taubenhaltung, die vor allem in Frankreich in großem Stil betrieben wird, nur mehr Hybridrassen verwendet werden. Die Nachzucht kann damit nicht einfach irgendwo besorgt werden, sondern muss mühsam selbst herangezogen werden. Auch dabei muss der Betriebsführer viel Geschick beweisen, damit er auch noch in einigen Jahren gesundes Zuchtmaterial zur Verfügung hat.

Unterstützung durch LK/LFI

Der Betriebsführer fand von Anfang an fachliche und rechtliche Unterstützung im Landwirtschaftlichen Bezirksreferat Güssing/Jennersdorf.

Arbeitsorganisation

Gerhard Methlagl ist prinzipiell alleine für alle anfallenden Arbeiten zuständig. Sohn Sandro springt bei Bedarf ein.

Auszeichnungen

"Als einziger Taubenzüchter Österreichs ist man immer auf Platz 1."

Zukunftspläne

Ziel ist, den Markt so weit zu bedienen, um die Nachfrage zu decken und gleichzeitig auch weiterhin viel Freude an der Taubenproduktion zu haben und ein authentisches Produkt herzustellen.
Am Betrieb werden auch Kamerunschafe gehalten. Für diese gibt es seitens der Gastronomie ebenfalls schon Anfragen, weil das Fleisch besonders zart und schmackhaft ist.

Interessante Links

Pressebericht: Taube als Delikatesse hat Imageproblem (Welt.de)
Pressebericht: Luftikus mit Masterplan (Rollingpin.at)
Pressebericht: Taubendelikatessen (MeinBezirk.at)

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