Die Corona-Krise erschüttert das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Viele Menschen sind in schwierigen Situationen, bäuerliche Familienbetriebe sind unterschiedlich betroffen. Was kann man aus Sicht der Betriebsentwicklung tun?

Das Krisennavigator-Institut der Universität Kiel nennt Krise als Etwas, das entweder von außen oder von innen kommt und zu Gefahren für Lebewesen, für die Umwelt, für Vermögenswerte und für den Ruf eines Unternehmens führen kann. Dies kann zu Pleiten, Skandalen oder einfach nur Störungen führen. Krise ist vereinfacht gesagt eine bedrohliche Entwicklung, die zu massiven Funktionsstörungen über eine längere Zeit führt. Aus der Krise kann eine Chance, eine Lösung erwachsen. Wenn die Entwicklung dauerhaft negativ bleibt, spricht man von einer Katastrophe.

Pro Jahr ereignen sich nach den Erhebungen des Kieler-Instituts im deutschsprachigen Europa rund 25.000 bis 40.000 bilanzielle Krisen  sowie ca. 250 bis 280 (öffentlich gewordene) operative und kommunikative Krisen. Die „Corona-Krise“ ist als Pandemie natürlich ein gewaltiges Ereignis, das vergleichbar ist mit der Schubumkehr bei einem Flugzeug. Der Stillstand, das Dichtmachen der Grenzen im globalen Ausmaß ist genau das Gegenteil von dem, was die bisherige globale Wirtschaftspolitik forciert hat. Die Krise, die im Staat ausgelöst wird, verursacht auch Krisen auf bäuerlichen Betrieben. Da sind nun alle gefordert.

Tristan Horx, der Sohn des Zukunftsforschers Matthias Horx, schreibt: „Es war eigentlich schon längst überfällig, dass wir die Welt für ein paar Wochen abschalten. Wir sprachen seit Jahren von der immer beschleunigteren, komplexer und überfordernder werdenden Welt.“ – Die beiden Zukunftsexperten sagen: „Das Corona-Virus hat zu einer Disruption unserer Lebensverhältnisse geführt, wie wir sie uns in unseren schrägsten Träumen nicht vorstellen konnten. Aus einer Weltkrise ist eine Krisenwelt geworden, in der wir uns ständig neu orientieren müssen. Eines ist schon sicher: Die Welt wird nie mehr „so wie früher”!!

Unabhängig davon, wie sich die Welt nun weiterentwickeln wird, welches Szenario realistischer ist, wir wissen aus der Vergangenheit: „Jedes Übel geht einmal vorbei!“ – Der Satz stammt von Epikur und ist fast 2000 Jahre alt. Was bedeutet nun eine Welt nach Corona für einen bäuerlichen Familienbetrieb? Welche Wege führen aus der Krise? Welche Innovationen werden zum Ergebnis der Krisenbewältigung?

Es wird keine Rezepte geben, sondern nur individuelle Wege wie wir weitermachen. Auf jeden Fall nicht mehr so - wie früher, das bezieht sich auf alle Bereiche und wir sind erst mitten drin. Daher ein  paar Gedanken aus der Sicht der Innovationsberatung:

-        Wir müssen zusammenhalten und uns gleichzeitig isolieren: paradox, so etwas hat es noch nie gegeben, und wir haben sogar die Technologie in der Hand, die uns das ermöglicht. Tauchen Sie ein in die digitale Welt!

 

-        Die Jungen müssen die Alten schützen – eine neue Solidarität, die auf einem bäuerlichen Familienbetrieb oft leichter zu realisieren ist als in den verstreuten Lebenswelten von heute. Horx spricht hier von einem Signal: „Die Alten sind uns nicht egal, ganz im Gegenteil, jedes Leben zählt!“ –ein Wert, auf den wir unsere Welt nach Corona aufbauen können.

 

-        Ohne Nachhaltigkeit kommen wir nicht weiter: die Klimakrise ist noch lang nicht vom Tisch, ohne Globalisierung hätte sich Corona nicht so schnell verbreitet, daher werden sich lokale Netzwerke der Zusammenarbeit etablieren, der digitale und soziale Zusammenhalt in den Regionen bekommt Raum zur Entfaltung, wir müssen die Schubumkehr zu einem nachhaltigen Leben und Wirtschaften ernst nehmen.

 

-        Die Krise zeigt, welche Bereiche notwendig sind, damit alles weiter funktionieren kann. Die bäuerlichen Familienbetriebe, die Lebensmittelindustrie und das lokale Gewerbe gehören auf jeden Fall dazu. Wenn tausende Feldarbeiter fehlen, wo sind nun die Roboter, die das machen könnten? Wie sieht es mit den Löhnen jener Systemerhaltenden in Zukunft aus? Kann das alles so bleiben? Auch hier wird sich etwas ändern müssen.

 

-        Die Dynamik der Krise bedeutet vorerst „trouble shooting“ – mit den Schwierigkeiten fertig werden, die sich stellen. Das bedeutet auch Verluste hinnehmen, Investitionen hintanstellen, Soziales wichtiger werden lassen als Ökonomisches. Das Notwendige tun, um das wirklich Wertvolle zu sichern. Für jene, denen das nicht gelingt, hat die Regierung nun einen Härtefällefonds eingerichtet, das betrifft Landwirtschaftliche Betriebe wie Wirtschaftsunternehmen.

 

Die ökonomische Durststrecke für alle kann länger dauern als es uns lieb ist. Dennoch, wir haben in der Vergangenheit gesehen, Systeme erholen sich schneller als wir denken. In diesem Sinne hoffen und helfen wir weiter und freuen uns auf den Tag, an dem wir erleichtert die Krise hinter uns gelassen haben. Tristan Horx sagt: „Nach mehreren Wochen des Zwangs-Onlineseins in Quarantäne werden wir auch wieder erkennen, wie schön es ist, sein Handy nicht als einzige Verbindung mit der Welt zu haben.“

Weitere Info:

www.meinhof-meinweg.at (zur Innovatonsberatung der LK’s, Innovationsberatung kann helfen, die Krise zur Chance werden zu lassen)

www.diezukunftnachcorona.com (Zitate, die hier im Artikel verwendet wurden kann man dort weiter und ausführlicher nachlesen)

https://www.krisennavigator.de (Hier findet man Grundanleitungen im Umgang mit dem Thema Krise)

https://www.bmlrt.gv.at/land/produktion-maerkte/h%C3%A4rtefallfonds-landwirtschaft (Informationen zum Härtefallfonds für die Landwirtschaft - BMLRT)

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