Einen Businessplan erstellen (Kapitel 5): Finanzen und Wirtschaftlichkeit

auch der "Finanzteil" des Businessplans genannt

Kategorie: Fachbeiträge
Datum: 12.12.2020

Das vorletzte Kapitel im Businessplan, das Kapitel Finanzen und Wirtschaftlichkeit, bildet das Herzstück Ihres Businessplans. Es ist insofern der relevanteste Teil, da er Sie vor einem finanziellen Fiasko bewahren soll, noch bevor Sie auch nur einen Euro investiert haben. Dieses Kapitel stellt die in Zahlen gegossenen Annahmen und recherchierten Daten aus dem Textteil Ihres Businessplans dar.

In diesem Kapitel entscheidet sich nun, ob Ihr Vorhaben laut Ihren Annahmen von wirtschaftlichem Erfolg gekrönt sein wird. Planen Sie über einen ausreichend großen Zeitraum (empfehlenswert sind fünf Jahre) und kalkulieren Sie für das erste Jahr ebenso auf Monatsebene. Vier unterschiedliche Planungsrechnungen (plus weitere nach Bedarf) bilden die Basis: die Investitionsplanung, die Umsatzplanung, die Liquiditätsplanung sowie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Mit Hilfe der Investitionsrechnung zeigen Sie auf, welche Investitionen Sie zu welchem Zeitpunkt vorhaben. Unter den Begriff Investitionen fallen zum einen sogenannte Sachinvestitionen (z.B. Maschinen) als auch Finanzinvestitionen (z.B. Beteiligung). Ein wichtiger Teil der Investitionsplanung ist die Berechnung der Abschreibungsbeträge. Eine Abschreibung ist eine Wertminderung von Vermögensgegenständen durch (Ab-) Nutzung der Anlagen, Maschinen und Gebäude. Die Abschreibung ist abhängig von der Nutzungsdauer. So haben z.B. EDV-Geräte eine Nutzungsdauer von drei Jahren, ein PKW hingegen acht Jahre. Nach der Investitionsplanung folgt die Umsatzplanung. Hier erläutern Sie mit wie viel Umsatz sie in den nächsten Jahren rechnen. Mögliche Umsatzsteigerungen in den Folgejahren müssen detailliert und plausibel begründet werden. Rechnen Sie mit realistischen Annahmen. Die Planung kann anhand eines oder mehrerer Kriterien durchgeführt werden. Dazu zählen beispielsweise die Produkte/die Dienstleistung an sich, die Verkaufsgebiete oder die Außendienstmitarbeiter.

Beachten Sie auch mögliche saisonale Schwankungen in Ihrer Umsatzplanung, diese haben in weiterer Folge Auswirkungen auf Ihre Liquidität. Schließlich gibt es Auszahlungen, die unabhängig vom Umsatz jeden Monat getätigt werden müssen. Dieses Zusammenspiel von Einzahlungen und Auszahlungen stellen sie in Ihrer Liquiditätsplanung übersichtlich dar. Im Liquiditätsplan wird ersichtlich, wann Kapital zu- bzw. abfließt und wann es möglicherweise zu einem Zahlungsengpass kommen könnte. Zu den typischen Einzahlungsbeträgen zählen Umsatzerlöse, aber auch Darlehensauszahlungen sowie Einlagen der Mitglieder. Übliche Auszahlungsposten sind Investitionen, Betriebsmittel, Gebühren für Banken, Annuitätenkosten aber auch Versicherungs- und Personalkosten. In der Liquiditätsplanung werden, wenn aufgrund der gewählten Rechtsform nötig, auch die Umsatzsteuerbeträge berücksichtigt.

Die letzte, fundamentale Planungsrechnung ist die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Sie stellt die Rentabilität und Ertragslage Ihres Unternehmens dar. Am Ende der Planungen zeichnet sich entweder ein Gewinn oder ein Verlust ab. Der Gewinn stellt zudem die Bemessungsgrundlage für die zu zahlende Einkommensteuer (bzw. Körperschaftssteuer) dar. Anders als bei der Liquiditätsplanung, wo tatsächliche Geldflüsse, also Einzahlungen und Auszahlungen berücksichtigt werden, wird in der GuV-Planung mit den Rechengrößen Aufwände und Erträge gerechnet. Aufwände mindern, Erträge mehren das Eigenkapital. Zu den Betriebserträgen zählen Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen (z.B. durch Zukauf von Betriebsmitteln) sowie sonstige betriebliche Erträge (z.B. Verkauf von Anlagevermögen). Zu den Betriebsaufwänden zählen Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige Aufwände wie z.B. die Gewerbesteuern. Bevor Sie Ihre Unternehmung starten, klären Sie auch ab, ob Sie für Ihr Vorhaben eine Gewerbeberechtigung benötigen. Vergessen Sie jedenfalls nicht darauf, die zu entrichtenden Steuern und Versicherungsbeiträge in Ihren Kalkulationen zu berücksichtigen. Diese können sich rasch mit hohen Beträgen zu Buche schlagen, deren Vernachlässigung Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „teuer zu stehen" kommen kann.

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