Kleine Flächen, großes Potenzial: Sprossen und Microgreens

Sprossen und Microgreens liegen im Trend – nicht nur bei gesundheitsbewussten Konsument:innen, sondern zunehmend auch in der Direktvermarktung. Für landwirtschaftliche Betriebe eröffnen sich hier neue Wege der Wertschöpfung auf kleinstem Raum.

Kategorie: Trendradar
Datum: 28.05.2025

Was sind Sprossen und Microgreens?

Vielen Menschen sind Sprossen ein Begriff, immer wieder hört man auch von Microgreens und manchmal werden die Begriffe synonym verwendet. Jedoch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Sprossen und Microgreens.

Sprossen sind gekeimte Samen, bei denen die Wurzel, Keimblätter sowie das Samenkorn gegessen werden, die meisten Sorten werden bis zur Entstehung der Keimblätter gezogen. Bekannt sind beispielsweise Radieschen-, Alfalfa- und Mungobohnensprossen. Sprossen benötigen kein Substrat (z.B. Anzuchterde) zum Wachsen, Wasser genügt ihnen. Die Aufzucht erfolgt zumeist in Sprossengläsern, die 2x täglich gründlich mit Wasser gespült werden. Um größere Mengen zu produzieren, kann man auch Sprossensiebe oder Sprossentürme verwenden. Die Sprossen sind, je nach Sorte, in 4-6 Tagen genießbar.

Microgreens (Mikrogrün) sind Gemüse- und Kräuterkeimlinge, von denen nur die Pflanze selbst gegessen wird. Die Wurzel und das Samenkorn werden nicht verwertet. Für das Wachstum benötigen die Pflänzchen Licht sowie Substrat (z.B. Anzuchterde, Kokos- oder Hanffasermatten) um genügend Nährstoffe und Chlorophyll zu produzieren. Microgreens entwickeln bereits kleine Laubblätter und unterscheiden sich sowohl geschmacklich als auch optisch von den Sprossen. Microgreens brauchen zur Anzucht länger und sind, je nach Sorte, in 7-21 Tagen bereit zum Verzehr.

Warum sind Microgreens und Sprossen ein spannendes Trend-Thema?

Gesunde Ernährung und Superfoods sind schon lange ein Trendthema im Ernährungsbereich und viele Konsument:innen suchen zunehmend nach gesunden und nährstoffreichen Lebensmitteln. Microgreens und Sprossen gelten als Superfood, da sie ein Vielfaches an Nährstoffen im Vergleich zu den ausgewachsenen Pflanzen enthalten. Gerade dieser urbane und gesundheitsorientierte Aspekt bietet zahlreiche Möglichkeiten der Kommunikation und Vermarktung.

Frische Sprossen und Microgreens können eine ideale Ergänzung für das Produktsortiment von Direktvermarkter:innen sein. Sie lassen sich beispielsweise über Bauernmärkte, im Hofladen oder im Zuge von Gemüseabokisten vermarkten. Auch die Gastronomie erfreut sich an den Mini-Pflänzchen für die Dekoration und optische Aufwertung verschiedener Gerichte.

Was braucht es?

Die Einstiegshürden für den Anbau von Sprossen und Microgreens sind im Vergleich zu anderen Produktionsbereichen sehr gering. Die Anzucht ist sogar am Fensterbrett in der Küche möglich, wo man im kleinen Maßstab verschiedene Sorten testen kann, ohne große Investitionen tätigen zu müssen.

Der Anbau ist grundsätzlich unabhängig von Witterung und Boden, deshalb ist eine Produktion ganzjährig möglich und auch im Winter kann frisches Grün produziert werden. Auch der Flächenbedarf ist recht überschaubar, im Gewächshaus, Keller oder ungenutzten Räumlichkeiten kann die Produktion gestartet werden. Es wird Wasser zum Gießen der Microgreens bzw. Spülen der Sprossen benötigt, aber ansonsten ist der Ressourcenbedarf recht gering.

Betriebsbeispiele

Einige Betriebsbeispiele können Ihnen im Bereich der Microgreens und Sprossen als Inspiration dienen:

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