Kleine Flächen, großes Potenzial: Slowflowerfarming

Der Trend zu Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit macht auch vor der Blumenbranche nicht halt. Immer mehr Konsument:innen achten darauf, wo und wie Schnittblumen produziert werden. Die Bewegung der „Slowflowers“ greift genau diesen Gedanken auf und bietet für landwirtschaftliche Betriebe neue Einkommensmöglichkeiten.

Kategorie: Trendradar
Datum: 28.05.2025

Was sind Slowflowers und wo liegt der Unterschied zu herkömmlichen Schnittblumen?

Der Begriff Slowflowers steht für saisonal, regional und umweltfreundlich produzierte Schnittblumen. Im Gegensatz zur importierten Massenware (z.B. aus Kenia, Ecuador oder den Niederlanden) werden heimische Slowflowers unter natürlichen Bedingungen von Blumenbäuerinnen und Blumenbauern angebaut – ohne beheizte Gewächshäuser, mit wenig Pflanzenschutzmitteln und kurzen Transportwegen bis zum Endkunden/zur Endkundin.
Flowerfarming bezeichnet den professionellen Anbau von Schnittblumen – oft auf kleineren Flächen, dafür vielfältig und mit hohem Qualitätsanspruch. Typische Merkmale dabei sind:

  • Freilandanbau (z.B. Dahlien, Sonnenblumen, Astern, Zinnien, Kornblumen)
  • Mischkulturen, Staffelungen und Sortenvielfalt
  • Direktvermarktung, z.B. über Selbstpflückfelder, Blumen-Abos oder Märkte
Was braucht es zum Start?

Zum Einstieg in die Produktion der Slowflowers braucht es keine riesigen Flächen oder große Investitionen. Wichtig sind eine wohlüberlegte Planung, Pflanzenwissen für den Anbau und ein Gespür für die richtige Vermarktung.

  • Geeignete Fläche: Zu Beginn reicht eine kleinere Fläche in einer Größenordnung von 200-1.000m² meist völlig aus, vor allem, wenn man sich im Blumenanbau erst einmal probieren möchte. Die Fläche kann später immer noch vergrößert werden oder man erweitert auf zusätzliche, andere Flächen. Ideal für den Anbau sind sonnige und windgeschützte Plätze, die gut erreichbar sind. Der Boden sollte humus- und nährstoffreich, sowie gut durchlüftet sein. Zu schwere Böden sind weniger gut geeignet, ggf. bietet es sich an, eine Bodenuntersuchung durchführen zu lassen.
  • Grundausstattung: Notwendig zur Bearbeitung sind verschiedene Gartenwerkzeuge wie Spaten, Hacke, Rechen und Pflanzschnur. Empfehlenswert ist auch eine Bodenfräse, um ein feineres Saatbett zu erhalten. Hinsichtlich der Bewässerung ist je nach Fläche zu überlegen, ob die Anlage einer Tröpfchenbewässerung oder eine mobile Beregnung für den jeweiligen Standort möglich und sinnvoll ist. Auch ausreichend Pflanzmaterial wie Samen, Jungpflanzen und Blumenzwiebeln werden benötigt.
  • Auswahl entsprechender Sorten: Um die ganze Saison über eine große und bunte Auswahl an Blumen anbieten zu können, ist es notwendig, verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten zu kultivieren. Für den Frühling bieten sich Klassiker wie Narzissen, Tulpen und Ranunkeln an, im Sommer sind die Möglichkeiten vielfältig, von Zinnien über Kosmeen bis hin zu Sonnenblumen. Im Spätsommer und Herbst ergänzen Dahlien, Astern und Strohblumen das bunte Angebot.
Warum ist das Thema für Landwirt:innen interessant?

Der Einstieg in den Blumenanbau kann eine sinnvolle Diversifizierung sein – insbesondere für kleinere Betriebe, die Direktvermarktung betreiben oder Nähe zur Kundschaft pflegen. Vorteile:

  • Hoher Deckungsbeitrag bei geschicktem Anbau und guter Vermarktung möglich
  • Niederschwelliger Einstieg
  • Kombinierbar mit bestehenden Vertriebswegen
  • Kreatives Zusatzangebot für bestehende Kund:innen
Betriebsbeispiele

Einige Betriebe, die erfolgreich Blumen anbauen, finden Sie auf Mein Hof - Mein Weg!

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