Bergauf mit der Alm: Die Bedeutung von Storytelling, Kooperationen und Vermarktungsinitiativen

In der Landwirtschaft reicht es heute nicht mehr, gute Produkte zu erzeugen – man muss auch verstanden werden, zusammenarbeiten und bei den Kund:innen ankommen. In diesem Blogbeitrag lesen Sie weiterführende Informationen zu drei Schlüsselerkenntnissen aus dem Ideenacker 18: Storytelling, Kooperationen und Vermarktungsinitiativen.

Kategorie: Trendradar
Datum: 29.10.2025

1. Storytelling und Netzwerke

Storytelling heißt: Herkunft, Region, Betrieb und Persönlichkeit werden zur Marke. Netzwerke ermöglichen Austausch, Sichtbarkeit und Zugang zu neuen Märkten oder Förderprogrammen. Kooperationen eröffnen Finanzierungsspielräume und Mindset-Änderungen.

Warum ist dieses Thema relevant?

    Konsument:innen werden anspruchsvoller: Authentizität, Regionalität und Transparenz gewinnen bei Kaufentscheidungen an Gewicht.Netzwerke und Kooperationen bringen den Austausch von Know-how, Zugang zu Förderungen und geringeres Risiko für die einzelnen Beteiligten.Finanzierung bzw. Förderung wird oft über Projekte realisiert, hier lohnt sich eine strategische Herangehensweise an Antragstellung, Partnerwahl und nachhaltige Umsetzung. So zeigt ein EU-Projekt zur KäseStrasse Bregenzerwald, wie wichtig klar definierte Prioritäten und gute Vorbereitung sind.

Praxistipps für Ihren Betrieb:

  • Entwickeln Sie Ihre eigene „Betriebs-Story": Wer sind Sie, was ist Ihre Region, welche Werte stehen im Vordergrund? (Tierwohl, Klima, Tradition, Direktvermarktung ...).
  • Bauen Sie gezielt Netzwerke auf: mit anderen Betrieben (regional), mit Tourismus, mit Direktvermarktung, etc.
  • Prüfen Sie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten frühzeitig: etwa Projekte zur Diversifizierung, Kooperation oder Markenbildung.
  • Nutzen Sie digitale Sichtbarkeit (Website, Social Media) als Ergänzung zur klassischen Direktvermarktung und Kommunikation der Geschichte Ihres Betriebes.
2. Mehrwert von Gemeinschaftsalmen und Kooperationen

Gemeinschaftsalmen bzw. kooperative Bewirtschaftungsformen bieten ein enormes Potenzial – ökologisch, sozial und ökonomisch.

Was ist eine Gemeinschaftsalm?

Eine Gemeinschaftsalm bezeichnet eine Almfläche, die gemeinschaftlich von mehreren Bewirtschafter:innen oder einer Gemeinschaft geführt wird. Studien zeigen, dass Gemeinschaftsalmen, neben den klassischen Einzelalmen, wichtige Funktionen erfüllen: Landschaftspflege, Kulturlandschaftserhalt, soziale Vernetzung.

Warum ist dieses Thema relevant?

  • Ökologie & Landschaft: Almen leisten einen Beitrag zum Naturschutz, zu Artenvielfalt und zur Kulturlandschaft – ein Argument für Förderungen und Vermarktung.
  • Soziales & Kooperation: Gemeinschaftliche Nutzung ermöglicht Kräftebündelung, Risikoteilung, bessere Infrastruktur und oft effizientere Bewirtschaftung.
  • Ökonomischer Mehrwert: Durch gemeinschaftliche Organisation lassen sich Kosten senken (Maschinen, Logistik, Verarbeitung), Produkte besser markieren und Vermarktungswege öffnen. Zudem entsteht Sichtbarkeit der Gemeinschaft als Marke.

Praxistipps für Ihren Betrieb:

  • Prüfen Sie, ob eine Kooperation oder Gemeinschaftsalm-Struktur für Ihre Region sinnvoll wäre: mit Nachbarbetrieben, Genossenschaften oder Verbänden.
  • Nutzen Sie den Gemeinschaftsaspekt in Ihrer Kommunikation: „Wir bewirtschaften gemeinsam ...", „Als Teil einer regionalen Gemeinschaft ..." steigert die Glaubwürdigkeit und das Wertbild.
  • Denken Sie auch an Mehrnutzungsangebote auf Almen (z. B. Erlebnisangebote, Seminare, Hofläden), damit wird die Alm nicht nur Weidefläche, sondern Erlebnisort und Markenraum.
  • Setzen Sie Kooperationsvereinbarungen klar auf: Wer macht was? Wer trägt Kosten? Wie wird Vermarktung organisiert? Fernsehen auf Förderfähigkeit mit Partnern.
3. Verschiedene Standbeine in der Vermarktung und Vermarktungsinitiativen

Eine breite Vermarktungsstrategie mit mehreren Standbeinen verringert Abhängigkeit und erhöht Resilienz. Vermarktungsinitiativen zeigen, wie Bündelung und Marke funktionieren.

Beispiel KäseStrasse Bregenzerwald:

Die Initiative KäseStrasse im Bregenzerwald zeigt eindrucksvoll, wie eine regionale Marke tatsächlich Wirkung erzielt hat:

  • Der Zusammenschluss von Bauern, Sennern, Käseherstellern, Tourismusanbietern und Gastronomie hat die regionale Käsekultur aktiv vermarktet.
  • Das ursprüngliche Lizenzmodell wurde zur Dachmarken- bzw. Service-Organisation umgestellt, mit dem Ziel, die Marktpräsenz zu erhöhen und Qualität zu sichern.
  • Kooperation von Landwirtschaft und Tourismus sowie Kultur wurde genutzt, um Mehrwert für Region, Betrieb und Produkt herzustellen.

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