Kategorie: Trendradar
Datum: 13.11.2025
Die Mandel ist botanisch gesehen keine echte Nuss, sondern der Samen einer Steinfrucht und in Österreich beliebt, sei es als Snack oder zu verschiedenen Produkten verarbeitet. Der Konsum von Mandeln steigt, fast die gesamte verbrauchte Menge wird dabei importiert, da der Anbau von Mandeln in Österreich derzeit noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Der größte Mandelproduzent Europas ist Spanien, dort ist die Sortenvielfalt gut erforscht. In Österreich werden spätblühende Mandelsorten kultiviert, um die Gefahr von Spätfrösten zu minimieren.
Klima- und Standortanforderungen
Der erwerbsmäßige Anbau von Mandeln in Österreich bietet Potenzial, insbesondere durch klimatische Veränderungen wie wärmere Sommer und längere Vegetationsperioden. Für den Anbau von Mandeln ist ein mildes Klima geeignet. Erste Versuche gibt es in der Thermenregion Niederösterreichs, in Oberösterreich und in der östlichen Steiermark. In diesen Regionen sind jedoch Fröste während der Blüte eine Herausforderung. Auch das Burgenland bietet Potenzial, hier kann aber die Wasserversorgung, welche für die Bäume essenziell ist, zum Problem werden.
Ertrag und Ernte
Die Erträge der Mandelbäume variieren je nach Sorte, Standort und Pflege. Im Schnitt kann man bei guten Bedingungen und im Vollertrag mit etwa 1 – 1,5 t/ha rechnen. Erträge bis 3 t sind möglich. Die Bäume sind nach etwa fünf Jahren im Vollertrag, neigen allerdings zur Alternanz. Alternanz bezeichnet das abwechselnde Auftreten von Jahren mit hohem und geringem Ertrag bei Dauerkulturen wie Obst- oder Nussgehölzen.
Die Ernte der österreichischen Mandeln erfolgt in der Regel im Herbst (September bis Anfang Oktober), wenn die grünen Schalen der Mandeln aufplatzen. Nach der Ernte werden die Mandeln getrocknet und die äußeren Schalen entfernt.
Inhaltsstoffe und Vermarktungsmöglichkeiten
Mandeln sind ein echtes "Nährstoff-Powerpaket", sie zeichnen sich durch ihren hohen Nährwert und ihre Vielseitigkeit in der Verarbeitung aus. Zudem sind sie reich an ungesättigten Fettsäuren, Eiweiß, Ballaststoffen, Magnesium und Vitamin E und gelten daher als besonders gesund.
Mandeln lassen sich vielfältig verarbeiten, zu den Snack-Klassikern gehören Mandeln pur, blanchiert, geröstet oder als gebrannte Mandeln. Mandelmus ist beliebt als cremiger und trendiger Brotaufstrich, als Zutat in Bowls oder beim Backen. Mandelöl ist ein hochwertiges Öl, welches kaltgepresst und sowohl in der Küche als auch in der Kosmetik verwendet werden kann. Mandelmehl ist ein Nebenprodukt aus der Ölgewinnung und entsteht durch Trocknung der Pressrückstände. Dieses ist gleichzeitig glutenfrei und proteinreich und somit interessant als Backzutat. Auch in zahlreichen Backwaren und Müslis können Mandeln verarbeitet werden.
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