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Kategorie: Trendradar
Datum: 12.02.2026
Winterhartes Kohlgemüse ist in der kalten Jahreszeit besonders gefragt, um die Bedürfnisse nach Gesundheit, Verfügbarkeit und Identität zu bedienen. Man könnte sie auch als Nährstoffbooster in der kalten Jahreszeit bezeichnen, denn sie liefern genau das, was der Körper an kalten Wintertagen braucht:
- Vitamin C zur Unterstützung des Immunsystems
- Sekundäre Pflanzenstoffe wie Glucosinolate, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken
- Ballaststoffe, die sättigen und die Verdauung fördern
- Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Eisen
Warum ist das ein Trendfaktor? In der kalten Jahreszeit steigt bei vielen Konsument:innen das Gesundheitsbewusstsein. Sie suchen gezielt nach „funktionalen" Lebensmitteln, die natürlich, regional und nährstoffreich sind.
Auch hinsichtlich der Lagerfähigkeit gibt es viele klare Pluspunkte für Blatt- und Kohlgemüse aus Österreich. Besonders Kohlgemüse ist von Natur aus lagerstabil und daher ideal für die Wintermonate geeignet. Bei richtiger Lagerung (kühl, dunkel, feucht) gibt es kaum Qualitätsverluste und bei manchen Arten kommt es nach dem Frost sogar zu einer Geschmacksverbesserung (beispielsweise bei Grünkohl).
Besonders über klassische Gerichte wie Krautfleckerl, Eintöpfe oder fermentiertes Sauerkraut ist Kohlgemüse tief in der regionalen Esskultur verankert. Kohlgemüse kann aber durchaus auch modern interpretiert werden. In Amerika, speziell in New York, gibt es einen richtigen Hype um den Kale Salad (Grünkohlsalat), der es durch den Koch Joshua McFadden aus der Nische in die kulinarische Mainstream-Szene geschafft hat.
Was gibt es alles an Blatt- und Kohlgemüsen, die im Winter verfügbar sind?
Kopfkohl: Weißkraut, Rotkraut, Wirsing (mit krausen Blättern), Spitzkohl (zarter als Weißkohl)
Blütenkohl: Karfiol, Brokkoli, Romanesco
Blattkohl: Grünkohl, Schwarzkohl (Palmkohl), Pak Choi (chinesischer Blätterkohl)
Sprossen-/Stängelkohl: Kohlsprossen, Kohlrabi.
Chinakohl: Länglicher Kohl mit festem Strunk, der zu den Blattsalaten zählt, aber zu den Kohlgewächsen gehört.
Aus Produktionssicht punktet Kohlgemüse durch seine Robustheit, Planbarkeit und gute Anpassungsfähigkeit an winterliche Bedingungen. Viele Kohlarten sind frosthart oder zumindest kälteverträglich und können bis spät in den Herbst bzw. über den Winter hinweg am Feld bleiben.
Aussaat & Pflanzung: Je nach Sorte erfolgt die Aussaat im Sommer, sodass die Ernte in den Herbst- und Wintermonaten fällt. Dadurch lässt sich die arbeitsintensive Frühjahrsproduktion entzerren.
Frost & Qualität: Leichte Fröste wirken sich bei einigen Kohlarten sogar positiv auf den Geschmack aus, da Stärke in Zucker umgewandelt wird (z. B. Grünkohl).
Lagerfähigkeit: Weißkraut, Rotkraut oder Wirsing lassen sich über Monate hinweg lagern (kühl, dunkel, hohe Luftfeuchtigkeit) und ermöglichen eine kontinuierliche Vermarktung ohne hohen Energieeinsatz.
Ertragssicherheit: Kohlgemüse gilt als vergleichsweise stabil gegenüber Witterungsschwankungen und ist daher ein wichtiges Standbein für winterliche Versorgungssicherheit.
Nachhaltigkeit: Regional produziertes Kohlgemüse im Winter bestätigt den Trend zu Saisonalität und reduziert Importabhängigkeiten sowie Transportemissionen.