Einen Businessplan erstellen (Kapitel 1): Management Summary, Geschäftsidee und -Modell

Management Summary, Geschäftsidee und -Modell genauer erklärt

Kategorie: Fachbeiträge
Datum: 12.12.2020

Die Management Summary nimmt im Businessplan eine entscheidende Rolle ein. Sie steht zwar direkt an erster Stelle, wird aber von allen Kapitel als letztes geschrieben. Die Management Summary fasst auf ein bis maximal zwei Seiten alle wichtigen Informationen kompakt zusammen. Der Aufbau dieses Abschnittes sollte sich an die Gliederung Ihres Businessplans anlehnen und die Kernaussagen aller Kapitel kurz und knapp zusammenzufassen. Der Kundennutzen und der Mehrwert der Idee müssen klar formuliert werden. Dadurch wird dem Leser – oft sind das Investoren, interessierte Partner, Banker oder Kooperationspartner – Appetit auf mehr gemacht. Fremdwörter und komplizierte Sätze gilt es hingegen zu vermeiden, da sie dem Leser das Verständnis erschweren. Es empfiehlt sich die fertig formulierte Management Summary branchenfremden Personen vorzulegen. Dies gibt Aufschluss darüber, ob der Inhalt verständlich formuliert wurde oder ob Wesentliches fehlt. Erst wenn der Inhalt auch für Personen, die mit der beschriebenen Thematik nur wenig vertraut sind, verständlich formuliert wurde, kann die Management Summary in den finalisierten Businessplan eingepflegt werden.

Nach der Management Summary folgt das Kapitel Geschäftsidee und Geschäftsmodell. Dieses Kapitel stellt den ersten substanziellen Teil des Businessplans dar. Die Geschäftsidee beschreibt, womit Sie als Unternehmer ihr Geld verdienen wollen. In diesem Kapitel wird zuerst geklärt, was Sie zu diesem Vorhaben inspiriert hat bzw. wieso Sie das Business aufbauen wollen. Danach folgt ein Schlüsselkriterium des Businessplans: der Kundennutzen!

Der Kundennutzen wird fälschlicherweise oft als Produktnutzen angesehen. Der Produktnutzen definiert sich vor allem durch „Hard Facts", wie besondere Leistungseigenschaften oder durch einen günstigeren Preis. Viel wichtiger ist jedoch der Kundennutzen. Er zeigt dem potenziellen Kunden, welchen Nutzen bzw. Vorteil er generiert, wenn er das Produkt bzw. die Dienstleistung bezieht. Als Unternehmer müssen Sie sich in die Lage Ihrer Zielgruppe versetzen und sich fragen, wie ein mögliches Problem durch Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung gelöst werden kann. Viele Unternehmensgründungen scheitern daran, dass der Kundennutzen entweder nicht wirklich existiert bzw. dieser nicht wirksam kommuniziert wird. Gehen Sie auch auf etwaige Marktlücken ein, die Sie durch Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung zu schließen gedenken. Beobachten Sie die Märkte, die Kunden und deren Probleme und Wünsche und identifizieren Sie Verbesserungspotenziale. Bedienen Sie sich auf dem Weg zur Geschäftsidee auch einer oder mehrerer Kreativitätstechniken, wie beispielsweise der SCAMPER-Methode.

Um Ihrer Idee ein ordentliches Fundament zu geben, ist die Beschreibung des Geschäftsmodells von großer Wichtigkeit. Das Geschäftsmodell beantwortet drei Grundfragen.

  1. Erstens, wie das Unternehmen seine Einnahmen tätigen will.
  2. Zweitens, welchen Nutzen es den Kunden stiftet und
  3. drittens, wie es diesen Nutzen erbringen will.

Die Darlegung dieses Nutzenversprechens wird auch Value Proposition genannt. Ein Geschäftsmodell ist zudem die „Architektur der Wertschöpfung", d.h. das Modell zeigt auf, wie dieser zuvor beschriebene Nutzen für den Kunden generiert wird. Dies beinhaltet alle Stufen der Wertschöpfungskette, die das Produkt/die Dienstleistung durchlaufen muss, um am Ende auch zum Kunden gelangen zu können. Weiters erklärt ein präzise formuliertes Geschäftsmodell, welche Einnahmen Ihr Unternehmen aus welchen Quellen bezieht. Diesen Teil nennt man auch Ertragsmodell. Ein sehr hilfreiches Mittel zur Entwicklung des Geschäftsmodells ist die Business Model Canvas.

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