Einen Businessplan erstellen (Kapitel 3): Produkt und Dienstleistung sowie Marketing und Vertrieb

Worauf es bei den angebotenen Produkte und/oder Dienstleistungen und dem Marketing ankommt.

Kategorie: Fachbeiträge
Datum: 12.12.2020

In diesen Kapiteln beschreiben Sie ausführlich die von Ihnen angebotenen Produkte und/oder Dienstleistungen und das Marketing. Am besten versetzen Sie sich für die Beschreibung in die Lage der zukünftigen Kunden.

Welche Produkte bzw. Dienstleistungen bringen dem Kunden einen Mehrwert?

 

Nur wenn die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden exakt erfüllt werden, sind diese auch bereit, für Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung einen (Mehr-)Preis zu bezahlen.

Heben Sie das sogenannte Alleinstellungsmerkmal (auch USP bzw. Unique Selling Proposition genannt) in Ihrer Produktbeschreibung gezielt hervor. Verzichten Sie dabei, wenn möglich, auf komplizierte und fachspezifische Formulierungen. Skizzen und Fotos lockern den Businessplan auf und ermöglichen es dem Leser, sich „ein Bild" von Ihrem Vorhaben zu machen. Wenn Sie Ihr Produkt in einer Verpackung verkaufen, müssen Sie sich Gedanken über die dort abgebildeten Informationen, über Produkteigenschaften und -inhalt machen. Achten Sie dabei auf gesetzliche Vorgaben, wie auf die seit 13.12.2014 gültige Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).

Die Verpackungseigenschaften, dazu zählen Material, Form, Farbe und Größe, sind wichtige Produktattribute und müssen daher sorgfältig ausgewählt werden. Ansprechend designte Verpackungen können den Kunden zum Kauf animieren und führen zu einem positiven Image. Gehen Sie in diesem Kapitel auch auf die Wertkette, also auf den Herstellungs- bzw. Erstellungsprozess ein und erläutern Sie, ob sie sämtliche Komponenten Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung selbst erstellen oder bestimmte Schritte auslagern wollen (Outsourcing). Wenn Sie bestimmte Herstellungsprozesse an andere Unternehmen auslagern, erklären Sie, warum Sie genau dieses Unternehmen mit der Produktion beauftragen. Zeigen Sie auf, warum Sie diese Kooperation eingehen wollen bzw. warum dieser mögliche Kooperationspartner Ihren hohen Ansprüchen gerecht wird. Vor allem Jungunternehmer sollten verstärkt auf Kooperationen setzen, obwohl sie dazu neigen aus Kostengründen alles selbst zu machen. Es kann vorteilhaft sein, die Kernkompetenzen der Partner zu nutzen, um ein qualitativ hochwertiges Produkt herstellen zu können. Vertrauen und Respekt gegenüber dem Kooperationspartner sind hier das Maß aller Dinge.

Bevor Sie das Produkt/die Dienstleistung auf den Markt bringen empfiehlt sich ein Produkttest, um alle Eventualitäten vorab zu klären.
Unter Marketing versteht man nicht nur die klassische Werbung. Es ist ein ganzheitliches Konzept, das den gesamten Betrieb betrifft. Dieses Konzept besteht aus vier Bereichen, die im Fachbereich als „Marketing Mix" bezeichnet werden: dem bereits beschriebenen Produkt, der Kommunikation, der Distribution und natürlich dem Preis. Dieses Konzept ist auch unter der Floskel „die 4Ps des Marketings" bekannt und leitet sich von den vier englischen Begriffen Product, Promotion, Place und Price ab. Nachdem das Produkt bzw. die Dienstleistung bereits im vorangegangen Kapitel ausführlich beschrieben wurde, konzentrieren Sie sich in diesem Abschnitt vor allem auf die restlichen drei Sektoren des Marketing Mix. Beachten Sie bei der Erstellung Ihres Marketing-Konzeptes die Unterscheidung zwischen dem Konsumgüter- und Dienstleistungsmarketing!

Bei der Dienstleistung handelt es sich meist um eine immaterielle Leistung. Sie ist daher nicht lagerfähig oder standardisierbar. Im Vergleich zum Konsumgütermarketing herrscht hier meist eine direkte und intensive Kundenbeziehung. Dieser Umstand muss berücksichtig werden. Die Leser Ihres Businessplans interessiert natürlich, wie viel Geld Sie für Ihr Angebot verlangen werden und welchen Vertriebskanal Sie wählen. Ihr Endpreis richtet sich zum einen an die Preise der Konkurrenz, zum anderen auch daran, welche Wettbewerbsstrategie sie verfolgen. So unterscheiden wir zwischen dem konkurrenzorientieren, dem kostenorientierten und dem nachfrageorientierten Preisbildungsverfahren. Bei der Distributionspolitik geht es vorrangig darum, wie Sie das Produkt/die Dienstleistung zu Ihrer Zielgruppe bringen. Möchten Sie einen eigenen Laden eröffnen oder entscheiden Sie sich für einen Online-Shop? Es gibt auch die Möglichkeit des indirekten Vertriebs, bei der ein Händler die Verteilung übernimmt. Zu guter Letzt erläutern Sie in diesem Kapitel noch die Werbemaßnahmen, die Sie zu treffen gedenken. Auch hier gibt es einige Wege, um seine Bekanntheit zu steigern, ohne sich in Unkosten zu stürzen. Vor allem die Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram oder Twitter können hier mit vielen Vorteilen brillieren.

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