Wintersalate: Frisches Grün auch in der kalten Jahreszeit

Der Anbau und die Vermarktung von hochwertigem Wintergemüse gewinnen zunehmend an Bedeutung und eröffnen landwirtschaftlichen Betrieben neue Perspektiven, um die betriebliche Wertschöpfung zu steigern und das Angebot über die klassische Saison hinaus zu erweitern.

© Adobe Stock / Mamak

Kategorie: Trendradar
Datum: 12.02.2026

Wintersalate gewinnen in der kalten Jahreszeit zunehmend an Bedeutung, da sie das Bedürfnis nach Frische, Leichtigkeit und Vitaminen auch außerhalb der klassischen Salatsaison bedienen. Sorten wie Feldsalat, Winterportulak oder Postelein bringen frisches Grün auf den Teller, wenn das Angebot an frischem Blattgemüse sonst begrenzt ist. Sie liefern wertvolle Nährstoffe wie Vitamin C, Folsäure und Mineralstoffe und stehen damit für eine ausgewogene Ernährung auch im Winter.

Ein wesentlicher Treiber für die steigende Nachfrage ist der Wunsch vieler Konsument:innen nach „Frische im Winter". Salate werden nicht mehr ausschließlich mit Sommer und Grillzeit assoziiert, sondern zunehmend als ganzjähriger Bestandteil einer bewussten Ernährung wahrgenommen. Gerade in der kalten Jahreszeit bieten Wintersalate einen willkommenen Kontrast zu schweren, warmen Speisen und sorgen für Abwechslung in der Küche.

Auch im Handel und in der Direktvermarktung ist eine wachsende Beliebtheit von Wintersalaten zu beobachten. Regionale, saisonale Ware wird gezielt nachgefragt – insbesondere dann, wenn sie frisch geerntet und sichtbar aus heimischer Produktion stammt. Wintersalate erfüllen damit gleich mehrere Konsumtrends: Sie stehen für Regionalität, kurze Transportwege und eine naturnahe Produktion.

Darüber hinaus lassen sich Wintersalate vielseitig einsetzen: klassisch als Beilage, aber auch modern interpretiert als Bestandteil von Bowls, warmen Salatgerichten oder in Kombination mit regionalen Winterzutaten. Damit entwickeln sie sich vom Nischenprodukt zu einem attraktiven Wintertrend, der sowohl gesundheitliche als auch kulinarische Ansprüche erfüllt.

Winterharte Salate & Blattgemüse:
  • Vogerlsalat: Einer der kälteresistentesten Salate.
  • Winterportulak (Postelein): Ein knackiges Grün, das auch unter Schnee wächst.
  • Winterkresse: Ein würziges Blattgemüse, das winterhart ist.
  • Endivie: Insbesondere späte Sorten, die mit Schutz (z.B. Vlies) lange haltbar sind.
  • Rucola: Robuste Pflanze, die im Winter weiterwächst.
  • Spinat: Winterharte Sorten wie 'Monnopa' können im Herbst gesät und über den Winter geerntet werden.
  • Radicchio: Einige Sorten sind winterhart.

Wintersalate zeichnen sich in der Produktion durch ihre Kältetoleranz, kurze Kulturzeiten und vergleichsweise geringen Energiebedarf aus. Viele Arten sind frosthart oder zumindest winterfest und können je nach Witterung über mehrere Monate hinweg kontinuierlich geerntet werden.

Zentrale Aspekte in der Produktion:
  • Aussaat & Timing: Die Aussaat erfolgt meist im Spätsommer bis Frühherbst. Ziel ist es, dass die Pflanzen vor Wintereinbruch gut etabliert sind, aber noch nicht in die generative Phase übergehen.
  • Kältetoleranz: Vogerlsalat, Winterportulak oder Winterkresse überstehen auch Minusgrade problemlos. Leichter Frost verbessert bei einigen Sorten sogar Textur und Geschmack.
  • Schutzsysteme: Vlies, Folientunnel oder unbeheizte Gewächshäuser ermöglichen eine sichere Ernte auch bei strengeren Witterungsbedingungen mit deutlich geringerem Energieeinsatz als klassische Winterkulturen.
  • Boden & Nährstoffmanagement: Lockerer, gut drainierter Boden ist entscheidend, da Staunässe im Winter ein größeres Risiko darstellt als Kälte. Der Nährstoffbedarf ist moderat, was Wintersalate besonders ressourcenschonend macht.
  • Ernte & Qualität: Die Ernte erfolgt meist händisch und portionsweise („Schnitt für Schnitt"), was hohe Frische und Qualität garantiert, ein zentrales Verkaufsargument im Handel und in der Direktvermarktung.
  • Planbarkeit: Wintersalate ermöglichen eine gleichmäßige Auslastung von Flächen und Arbeitskräften in einer sonst ruhigeren Produktionsphase.

Aus betrieblicher Sicht sind Wintersalate damit ein strategisches Ergänzungsprodukt, das geringe Risiken, hohe Nachfrage und gute Vermarktungschancen verbindet – insbesondere im regionalen Kontext.

voriger Übersicht nächster

weitersagen

ihre Innovations­berater:innen

Günther Mayerl
Green Care Österreich

Lena Cheney
LK Wien

Heidemarie Deubl-Krenmayr
LK Oberösterreich

Julia Eberharter
LK Österreich

Hannah Mösenbichler
LK Salzburg

Veronika Ploner
LK Oberösterreich, Bezirksbauernkammer KI SE

Johanna Mostböck
LK Niederösterreich

Michael Hirtl
LK Tirol

Johann Schmid
LK Salzburg

Bernhard Tscharre
LK Kärnten

Peter Stachel
LK Steiermark

Andrea Huber
LK Vorarlberg

Wir sind

Volltext Suche

powered by webEdition CMS