Exoten im Aufwind – eine neue Chance für Österreichs Landwirtschaft?

Die Landwirtschaft steht unter Druck: schwankende Märkte, Wetterextreme und steigende Anforderungen seitens der Konsument:innen. Gleichzeitig eröffnet der Klimawandel auch neue Möglichkeiten. In der Praxis zeigen sich die Veränderungen bereits deutlich: längere Vegetationsperioden, häufigere Hitzeperioden und veränderte Niederschlagsmuster. Dadurch entstehen neue Anbaubedingungen, von denen vor allem wärmeliebende Kulturen profitieren können.

© LKÖ/Eberharter

Kategorie: Trendradar
Datum: 11.06.2026

Was sind „Exoten"?

Im landwirtschaftlichen Kontext sind „Exoten" Kulturen, die bisher in Österreich kaum angebaut wurden, wie etwa:

  • wärmeliebende Arten (z. B. Süßkartoffel, Feige)
  • neue Ackerkulturen (z. B. Trockenreis, Kichererbse)
  • Gewürz-, Tee- oder Arzneipflanzen

Forschungsprojekte wie „Exotisches Österreich" beschäftigen sich gezielt damit, welche dieser Pflanzen unter heimischen Bedingungen erfolgreich angebaut werden können und auch wirtschaftlich interessant sind.

Wieso „Exoten"?

Der wichtigste Treiber ist der Klimawandel: steigende Temperaturen ermöglichen den Anbau von Kulturen, die früher in Österreich zu wenig Wärme hatten. Ein Beispiel dafür ist die Süßkartoffel, deren Anbau durch wärmere Sommer zunehmend begünstigt wird.

Chancen für Betriebe

Der Anbau von „Exoten" bietet vielfältige Chancen für Österreichs Betriebe:

Diversifizierung: Neue Kulturen erweitern die Fruchtfolge und streuen das Risiko – gerade bei zunehmenden Wetterextremen.

Höhere Wertschöpfung: Exotische Produkte sind oft Nischenprodukte und können entsprechend höhere Preise erzielen, besonders in der Direktvermarktung.

Regionale Wertschöpfung: Wenn bislang importierte Produkte wie Gewürze oder Tee im Inland produziert werden, entstehen neue Marktchancen und die Abhängigkeit von Importen kann reduziert werden.

Herausforderungen nicht unterschätzen

Dem gegenüber stehen auch einige Herausforderungen:

  • wenig Erfahrung mit Anbau und geeigneten Sorten
  • unsichere Erträge und Qualität
  • fehlende oder noch schwach entwickelte Vermarktungsstrukturen
  • zusätzlicher Arbeits- und Investitionsaufwand

Der Erfolg hängt daher stark von den jeweiligen Standortbedingungen, dem vorhandenen Know-how und einer passenden Vermarktung ab.

Exoten – deine Chance für zusätzliche Wertschöpfung?

Exotische Kulturen sind kein Ersatz für bestehende Produktionszweige, können aber eine interessante Ergänzung für innovative Betriebe sein. Der Klimawandel erweitert das Anbauspektrum – gleichzeitig steigen jedoch auch die Anforderungen. Entscheidend ist, ob Standort, Betriebsstruktur und Absatzmöglichkeiten zusammenpassen. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, können Exoten durchaus zur zusätzlichen Wertschöpfung in der österreichischen Landwirtschaft beitragen.

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