Kategorie: Trendradar
Datum: 28.05.2025
Warum Kräuter? – Die Vorteile im Überblick
- Hoher Ertrag auf kleiner Fläche: Viele Kräuterarten benötigen wenig Platz und sind ideal für kleine Parzellen, Hochbeete oder sogar Töpfe. Der Kräuteranbau ermöglicht eine intensive Nutzung kleiner Flächen. Er ist daher besonders für Nebenerwerbsbetriebe oder Betriebe mit begrenzter Fläche attraktiv.
- Wertschöpfung durch Direktvermarktung: Frische oder verarbeitete Kräuter (z.B. Tees, Gewürzmischungen) erzielen auf regionalen Märkten und bei Direktvermarktung oft höhere Preise als klassische Feldfrüchte.
- Nachhaltigkeit und Regionalität: Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und die Nähe zum Verbraucher/zur Verbraucherin sind klare Pluspunkte, die sich auch im Marketing nutzen lassen.
- Diversifizierung und Risikostreuung: Kräuter ergänzen bestehende Kulturen und machen Betriebe unabhängiger von Preisschwankungen anderer Produkte. Die größere Vielfalt an Produkten eröffnet neue Absatzmärkte. Neben klassischen Küchenkräutern wie Petersilie oder Schnittlauch sind auch Heil- und Aromakräuter gefragt – etwa für Tees, Limonaden oder die gehobene Gastronomie, aber auch Gewürze, Naturkosmetik oder pflanzliche Arzneimittel.
- Ökologische Vorteile: Kräuteranbau fördert die Artenvielfalt und Biodiversität, bietet Insekten Nahrung und kann die Qualität landwirtschaftlicher Flächen verbessern. Das trägt zur ökologischen Aufwertung des Betriebs bei.
- Vernetzung und Innovation: Die Kräuterproduktion bietet Potenziale für neue Kooperationsformen und Vermarktungswege, was die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs stärken kann.
Trends und Absatzmöglichkeiten
- Die Vermarktung von Kräutern kann ab Hof, auf Bauernmärkten, in Hofläden, über Selbstbedienungsläden, aber auch über Abokisten direkt an die Kund:innen erfolgen. Die steigende Nachfrage nach natürlichen, alkoholfreien Getränken eröffnet neue Nischen – etwa mit besonderen Minzsorten, Melisse oder Lavendel für Premium-Tees und Limonaden.
- Kooperationen mit der Gastronomie sind besonders vielversprechend, da Frische und Regionalität hier hoch im Kurs stehen. Es ist aber auch eine Vermarktung über Kooperationen mit Apotheken, Drogerien, dem Lebensmitteleinzelhandel oder im Vertragsanbau für Firmen wie Sonnentor oder für die Bergkräutergenossenschaft möglich.
- Verarbeitung zu Spezialprodukten: Die Herstellung von Tees, Gewürzmischungen, Kräutersalzen oder Sirupen eröffnet zusätzliche Märkte, etwa im Bereich Lifestyle, Wellness oder Naturheilkunde.
- Auch Urban Gardening und Gemeinschaftsgärten zeigen: Kräuter sind gefragt und lassen sich flexibel auf kleinster Fläche kultivieren – ein Trend, der auch auf dem Land Potenzial hat.
Praxis-Tipps für den Einstieg
- Sortenwahl: Robustheit und Anpassungsfähigkeit an das lokale Klima sind entscheidend. Samenfeste, alte Sorten sind oft widerstandsfähiger und aromatischer. Nicht alle Sorten können in allen Regionen wachsen.
- Anbaumethoden: Biologischer Anbau ohne chemische Mittel ist nicht nur gefragt, sondern oft auch Voraussetzung für die Direktvermarktung. Mechanische Unkrautbekämpfung und Handarbeit sind in kleinen Strukturen üblich.
- Standortwahl: Viele Kräuter gedeihen auch im Halbschatten oder an trockenen Standorten. Mediterrane Arten wie Thymian oder Rosmarin bevorzugen Sonne, während Petersilie und Schnittlauch auch mit weniger Licht auskommen.
- Ganzjährige Produktion: Mit einfachen Mitteln wie Hochbeeten, Gewächshaus oder Folientunneln ist auch im Winter frische Ernte möglich.
- Vermarktung: Authentisches Storytelling, regionale Herkunft und nachhaltige Produktion sind starke Verkaufsargumente.
Welche Kräuter sind besonders gut für die Produktion auf kleiner Fläche geeignet?
Für die Produktion auf kleiner Fläche eignen sich besonders Kräuter, die kompakt wachsen, pflegeleicht sind und hohe Erträge auf wenig Raum liefern. Bewährt haben sich vor allem folgende Arten:
- Mediterrane Kräuter: Oregano, Thymian, Rosmarin und Salbei sind sehr robust, benötigen wenig Pflege und gedeihen auch in trockener, sonniger Lage. Sie wachsen kompakt und lassen sich gut in Töpfen, Hochbeeten oder kleinen Beeten kultivieren.
- Klassische Küchenkräuter: Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill und Kresse sind beliebte Allrounder, die sich dicht pflanzen und regelmäßig ernten lassen.
- Zitronenmelisse und Minze: Beide sind mehrjährig, wachsen schnell und liefern viel Ernte. Sie eignen sich gut für Tees und Getränke.
- Bärlauch, Sauerampfer, Brunnenkresse: Diese Kräuter gedeihen auch im Halbschatten oder an feuchteren Standorten und sind daher flexibel einsetzbar.
- Weitere pflegeleichte Arten: Kapuzinerkresse, Majoran und Bohnenkraut sind ebenfalls unkompliziert und liefern aromatische Blätter für die Küche.
Mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano, Salbei und Rosmarin sind besonders pflegeleicht und eignen sich hervorragend für kleine Flächen, während Petersilie, Schnittlauch, Zitronenmelisse und Minze echte Klassiker für den Einstieg sind.
Die Kräuterproduktion auf kleiner Fläche ist eine attraktive Option für Landwirt:innen in Österreich. Sie verbindet ökologische Vorteile mit wirtschaftlichen Chancen und trifft den Nerv der Zeit: Regional, nachhaltig und vielfältig – so sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus.
Beispielbetriebe
Auf Mein Hof - Mein Weg finden Sie eine ganze Reihe spannender Betriebe, die bereits in der Kräuterproduktion aktiv sind!
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